André Ruschkowski


FarbKlangRaum I - V

Multimediale Performance mit elektronischer Musik, Video und Tanz


Festival ASPEKTE Salzburg 2003

27. Februar 2003, 21.00 Uhr, Salzburg Experimental Academy of Dance (SEAD), Schallmoser Hauptstr.48


I - Cento
Elektronische Musik
und Video, 9'

II - Doxa
Elektronische Musik
und Video, 21'

III - Dione
Elektronische Musik
und Video, 8'

IV - Probe
Elektronische Musik
und Tanz, 7'

V - Vom Blau umschauert ...
Elektronische Musik
und Video, 12'


Tanz: Solisten der
Susan Quinn Dance Company


Musik, Visuals, Klangregie:
André Ruschkowski

Die fünf verschiedenen Stücke dieses Programms thematisieren Wechselbeziehungen von Klängen mit Farben und Räumen in jeweils individuellen Konstellationen. Dabei bezieht sich "Raum" zum einen auf die Darstellungs- bzw. Wiedergabeebene, in den die elektronischen Klänge projeziert werden, zum anderen auf den realen physischen Raum, von welchem durch tänzerische Aktionen Besitz ergriffen wird und in dem sich auch der Hörer befindet. Im realen Aufführungsraum verschmelzen also der imaginäre Raum der elektronischen Klangprojektionen mit den visuellen Elementen und den physischen Aktionen der Tänzer.
Die elektronischen Klänge ihrerseits orientieren sich an Bewegungen im Raum, d.h. sie versuchen gestische Bewegungsabläufe in ihrer dynamischen Zeitstruktur zu beschreiben und diese Elemente musikalisch zu variieren.
In Cento und Dione dialogisieren die elektronischen Klänge direkt mit abstrakten visuellen Elementen in variierender Dichte und graduell wechselnden Farb- und Formstrukturen.
In Probe sind die musikalischen Quellen (mehr oder weniger) direkt hörbar: handelt es sich hier doch um eine persönliche Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts unter ausschließlicher Verwendung von insgesamt 36 Zitaten aus dieser Epoche. Diese werden mit elektronischen Mitteln so kombiniert, variiert und verfremdet, daß sie auf diese Weise zu einer neuen Einheit zu verschmelzen: Musik über Musik also.
Die musikalische Ebene von Doxa sucht die kompositorische Reibung an Klängen realer Musikinstrumente in Form von Schlagwerk und Perkussion, d.h. alle hörbaren Elemente stammen von ebendiesen Instrumenten (eingespielt von Arabella Lorenz) bzw. sind Produkte ihrer elektronischen Transformation. Im musikalischen Ergebnis dominieren sowohl changierende harmonische Felder als auch metrische Strukturen mit mehrschichtigen rhythmischen Abläufen. Zwischen diesen Typen musikalischen Materials existieren sowohl kontinuierliche Übergänge als auch kontrastierende Modifizierungen, welche in ihren spezifischen Kombinationen die einzelnen Formteile von Doxa charakterisieren.
Ein Bild von Paul Klee bildete den Ausgangspunkt für "Vom Blau umschauert ... ". In seinem 1918 entstandenen Aquarell "Einst dem Grau der Nacht enttaucht ..." verwendete Klee einen geschriebenen poetischen Text als unmittelbaren Ausgangspunkt für seine malerische Gestaltung. Dieser Text ist im Bild so deutlich gegenwärtig, daß die Buchstabenketten nicht nur die Struktur des Bildes fast vollständig determinieren, sondern die Konturen der Buchstaben begrenzen auch die einzelnen Feldflächen, mit deren Farbwahl er den semantischen Inhalt der Textzeilen direkt kommentiert. Klee verwendet hier also die Darstellung eines poetischen Textes als bildkompositorischen Ausgangspunkt, und zwar sowohl auf der formalen, als auch auf der inhaltlichen Ebene.
In der Komposition "Vom Blau umschauert ... " wird der auch von Klee verwendete Text sowohl auf formaler als auch auf klanglicher und inhaltlicher musikalischer Ebene als Ausgangspunkt für die kompositorische Gestaltung. Er determiniert - als gesprochenes Klangmaterial - sowohl die Ausgangsklangfarben für die elektronische Bearbeitung als auch die Zeitstruktur des Stückes. Die Video-Ebene dieser Komposition verwendet das Bild von Paul Klee als Ausgangspunkt für die Variation der dort vorhandenen Form- und Farbelemente.

Kartenbestellungen:

www.aspekte-salzburg.at

 


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