André Ruschkowski



Program notes

Composers Edition Vol. V


 

Tape compositions for the ballet program CHANGING CHANNELS

(Susan Quinn Dance Company, 1998/99)

CENTO
1998/99, 8:03 Min.

ARION
1998/99, 8:42 Min.

DIONE
1998/99, 7:41 Min.

BOREAS
1998/99, 8:58 Min.


Studio for Electronic Music of the University Mozarteum Salzburg

Sorry, program notes still in German, will be translated soon (hopefully):

In Zusammenarbeit mit der Choreographin Susan Quinn entwickelte sich der Plan für die gemeinsame Konzeption und Erarbeitung eines Balletts. Die Besonderheit dieses Planes bestand in der simultanen Schaffung von Musik und Choreographie, d. h. sowohl musikalische als auch tänzerische Aktionen wurden gemeinsam aus den selben künstlerischen Grundgedanken zur gleichen Zeit entwickelt. Auf diese Weise wurde eine besonders innige Verknüpfung von musikalischer und darstellerischer Ebene in diesem Werk erreicht.
Das musikalische Material besteht aus zwei Ebenen: (1.) aus mit einem Mikrofon aufgezeichneten Geräuschen alltäglicher menschlicher Tätigkeiten sowie (2.) aus musikalischem Material, das mit verschiedenen Mitteln elektronischer Klangsynthese erzeugt wurde. Die elektronische Transformation von Klangelementen und deren Anordnung in größeren musikalischen Einheiten erfolgt - gemäß dem Grundkonzept - vor allem nach gestischen Gesichtspunkten, d. h. der energetische Verlauf menschlicher bzw. tänzerischer Bewegungselemente, das Wechselspiel von Spannung und Entspannung, spiegelt sich direkt auch in den musikalischen Strukturen, der Variation von Ketten zentraler musikalischer Parameter und ihren Kombinationen wider.
Das führt einerseits dazu, daß die Musik durch diese spezifische gestische Qualität den Hörer unmittelbar anzusprechen vermag, d. h. daß sie trotz aller Technik sehr "menschlich" klingt, andererseits läßt die Kombination mit realen tänzerischen Elementen eine besonders spannungsvolle Wechselwirkung zwischen der akustischen und der darstellerischen Ebene zu. Die unmittelbare Erforschung der zeitlichen Periodik menschlicher Bewegungen führt hier durchaus auch zu prägnanten rhythmischen Klangartikulationen, sowie zu parallelen Schichtungen bei der Wahrnehmung solcher Verläufe. Eine Wahrnehmung, wie Sie von jedem Menschen auch im Alltagsleben - in der Regel unbewußt – praktiziert wird.

Hinzu kommt bei den Aufführungen des Ballettes eine live-musikalische (Viola) sowie eine live-elektronische Ebene, die vor allem mit Klangelementen arbeitet, welche im Umkreis des jeweiligen Aufführungsortes aufgenommen werden, in Real-time modifiziert und neu synthetisiert werden, und im Saal gemeinsam mit der Musik aus dem Computer und der tänzerischen Darstellung zur einem dichten Geflecht aus realen und virtuellen Schichten akustischer und visueller Gegenwart sowie deren Simulation verschmelzen.
Was ist primär? Steuern die Klänge die Tänzer oder die Tänzer die Klänge? Sind die soeben gehörten Töne Alltagssignale oder komponierte Botschaften, oder etwa beides? Und überhaupt: Kommt das Räuspern eben im Publikum nicht von einem Lautsprecher unter dem Sitz?


Auch die visuelle Ebene in den nachträglich entstandenen Fassungen mit Video-Projektion arbeitet nach diesem Prinzip. Elemente der visuellen Realität, d.h. sowohl Fotos als auch abstraktere Form- und Farbverläufe, werden in der Zeitebene modifiziert, verfremdet, überlagert und damit dynamisiert.

 

DOXA


for Percussion and Tape
1998, ca. 12 Min.

Tape realized at Studio for Electronic Music of the University Mozarteum Salzburg

Sorry, program notes still in German, will be translated soon (hopefully):

Die Komposition „Doxa“ für Perkussion und Tonband entstand im Frühjahr 1998 für die Perkussionistin Arabella Lorenz. Der Titel leitet sich vom griechischen Wort für „Meinung“ oder „Ansicht“ ab.
Das Klangmaterial des Tonbandes ist ausschließlich von verschiedenen Perkussionsinstrumenten abgeleitet, indem diese Klänge mit einem Tonbandgerät aufgezeichnet wurden. Anschließend erfolgte die Übertragung in einen Computer und dort die Transformation der Klänge mit Mitteln der digitalen Klangbearbeitung.
Im musikalischen Ergebnis dominieren sowohl changierende harmonische Felder als auch metrische Strukturen mit mehrschichtigen rhythmischen Abläufen. Zwischen diesen Typen musikalischen Materials existieren sowohl kontinuierliche Übergänge als auch kontrastierende Modifizierungen, welche in ihren spezifischen Kombinationen die einzelnen Formteile von „Doxa“ charakterisieren.
Dabei entstehen die Übergänge zwischen Klangfarbenfeldern und Rhythmen meist entweder durch extreme Zeitdehnung aufgenommener Perkussionsklänge oder durch Zeitstauchung von gespielten und mit einem Mikrofon aufgezeichneten rhythmischen Abläufen entstehen.

 

PROBE

Electronic tape composition, 2 channels
1999, 7:01 Min.

Tape realized at Studio for Electronic Music of the University Mozarteum Salzburg

Listening to the century means for me mostly listening to the music of the century. The music reflects the events of the ten decades in a unique way. Everything has been filtered by the composer’s mind first and of course by the mind of the listener. The listener is selecting music at two levels: at first selecting the music itself, preferring special pieces and ignoring others, and second he establish his own point of view to the pieces. After releasing the pieces into public the original composer has no longer influence on that.
“Probe” deals with that idea using altogether 36 short cuttings from more or less known pieces of the 20th century. But the piece is no chronological sounding music history. The only selection and order criteria - with all its cuts and interpolations - was the importance for me and my musical work and - by this way - my personal point of view to the sounding last 100 years.
“Probe” was composed for the project: “The world turned into music through listening to the century”, Bourges 1999. There also the first performance took place.

 

 


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