André Ruschkowski



Elektronische Klänge und musikalische Entdeckungen


 

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
9

"Die wahre Art, den Synthesizer zu spielen" - analoge Klangerzeugung und -steuerung

DIE ANFÄNGE
Erste Schritte (Cahill's Dynamophone)
15
Klänge aus der Luft (Ätherophon, "Theremin")
23
Jörg Magers Mikromelodien
36
Musikalische Wellen aus Paris (Ondes Martenot)
47
Die Odyssee des Trautoniums
56
Frische Ideen für neue Klänge
75
Verblüffende Instrumentenideen aus Kanada
87
Robert Moog und die Idee der Spannungssteuerung
109
Donald Buchla und das San Francisco Tape Music Center
120
Synthesizer als Symbol des Fortschritts
136
TECHNIK ANALOGER KLANGSYNTHESE UND -STEUERUNG
Spannungsgesteuerte Klänge
148
Die Klangerzeugung
152
Die Klangformung
158
Die Modulation
165
Sequenzer
175
Analoge Synthesizerarten
181
ELEKTRONISCHE KLANGERZEUGUNG UND MUSIKALISCHE KONZEPTIONEN
Die amerikanische Music for Tape und der erste (RCA-)Synthesizer
184
Die Entwicklung der Musique concrète
207
Elektronische Musik aus Köln
228

"Der wohlprogrammierte Computer" - digitale Klangerzeugung und -steuerung

DER COMPUTER UND SEINE MUSIKALISCHEN ANWENDUNGEN
259
DIE ANFÄNGE
261
KOMPOSITION MIT DEM COMPUTER
266
KLANGSYNTHESE MIT DEM COMPUTER
Technische Voraussetzungen
285
Direkte Synthese
287
Additive Synthese
292
Synthese durch Frequenzmodulation
295
Synthese durch Amplitudenmodulation
306
Waveshaping-Synthese
310
Granularsynthese
314
Resynthese
319
Physical Modeling
332
Sound-Sampling
336
Digitale Synthesizerarten
344
Immer neue Synthesizer?
348
KLANGSTEUERUNG UND -BEARBEITUNG MIT DEM COMPUTER
Digital/analog-Systeme
351
Gemischte digitale Systeme
355
Computer steuern Synthesizer und Sampler
360
DIE MIDI-KOMMUNIKATION
Warum MIDI?
371
Das MIDI-System
378
Die MIDI-Kanaldaten
385
Die MIDI-Systemdaten
402
Der General MIDI-Standard
408
ANMERKUNGEN
413
BIBLIOGRAPHIE
429
DISKOGRAPHIE
438
PERSONEN- UND SACHREGISTER
442

 

El.Klaenge

  Elektronische Klänge und musikalische Entdeckungen


Reclams Universal-Bibliothek Nr. 9663 (Reihe Reclam Wissen),
448 Seiten, Verlag Philipp Reclam jun., Stuttgart 1998.
ISBN 3-15-009663-4
20.- DM,  19.- sFr,  146.- ÖS



Vorwort


 

Es ist schon seltsam, daß ausgerechnet Musik und elektronische Technik in der medialen Welt von heute eine so enge Verbindung eingegangen sind. Stehen diese Bereiche doch geradezu für zwei Pole menschlicher Weltsicht, für verstandes- und gefühlsgesteuerte Prozesse, für wissenschaftliche und künstlerische Aneignungsweisen. Um so erstaunlicher ist die Tatsache, daß wir seit längerer Zeit bereits eine partiell von Mikroprozessoren kontrollierte Musikwelt haben, ohne daß viele bisher davon Kenntnis genommen haben. Das Computerzeitalter verändert zunehmend auch die Arbeitsweise von Komponisten und Interpreten. Hier ist innerhalb kurzer Zeit die Elektronik in einem Umfang unentbehrlich geworden, daß man schon von einer heimlichen Revolution sprechen kann.


Komponisten, gleich welchen Genres, sind der Verwirklichung einer uralten Vision nahe: Im Dialog mit der Maschine sind sie allein in einem kreativen "Elfenbeinturm", ohne Streit mit Interpreten, Dirigenten oder anderen Leuten, deren Unentbehrlichkeit man bisher für gegeben hielt. Sie können das Resultat sofort im Lautsprecher überprüfen, korrigieren, ergänzen oder Mißglücktes aus dem Programm streichen. Obwohl diese aufregend utopisch anmutenden Produktionstechniken heute bereits massenhafte Realität sind, erschwert auf der Rezipientenseite das noch immer verbreitete Image des Computers als "personifizierter Übermensch" eine sachgerechte Auseinandersetzung mit Vor- und Nachteilen elektronischer Musikproduktion.


Die vorliegende Publikation soll innerhalb dieser Diskussion auch dem Nichtfachmann als Wegweiser dienen, als eine Orientierungshilfe innerhalb dieses, sich derzeit explosionsartig entwickelnden Gebietes, das auf dem Weg ist, zum medialen Angelpunkt der weiteren musikkulturellen Entwicklung zu werden. In diesem Punkt unterscheidet sich die vorliegende Darstellung von anderen entweder historischen oder technischen Abhandlungen, wie in speziellen Synthesizer- oder MIDI-Handbüchern etwa.

Der Schwerpunkt dieser Publikation ergibt sich aus der Entscheidung, musikalische und technische Entwicklungen zusammenhängend darzustellen. Damit sollen Bedingungen für die Herausbildung musikelektronischer Technik umrissen werden, welche seit ihren Anfängen in Bastelstuben erfinderischer Ingenieure und akademischen Forschungslaboratorien zunehmend in populäre musikalische Genres adaptiert wurde, damit massenhafte Verbreitung fand, heute fast vollständig in die Marktmechanismen populärer Musikproduktion integriert ist, dennoch aber in diesen nicht aufgeht.


Das Konzept weist, wie am Inhaltsverzeichnis ersichtlich, mit einen analogen und einen digitalen Abschnitt eine deutliche Zweiteilung auf. Daraus sollte jedoch nicht geschlossen werden, daß beide Bereiche nichts miteinander zu tun haben - im Gegenteil. Insbesondere bei den im Kapitel "Klangsynthese mit dem Computer" erläuterten Verfahren wird deutlich, daß eine scharfe Trennung in der durch die Gliederung assoziierbaren Form nicht existiert. Viele der Synthesetechniken lassen sich ebenso mit analogen Mitteln realisieren, wenn auch mit unvergleichlich höherem technischen Aufwand und mit geringerer Präzision. Der Rechner "simuliert" in den meisten Fällen durch ein entsprechendes Programm die analogen Abläufe. Der analoge erste Teil der vorliegenden Publikation bezieht sich in technischer Hinsicht vor allem auf die traditionell in diesem Zusammenhang wichtige subtraktive Klangsynthese.


Jeder interessierte Leser soll hier Anregungen finden, wenn er nicht nur tagtäglich mit den Resultaten zunehmender Elektrifizierung der musikalischen Umwelt durch die verschiedensten Medien konfrontiert werden will, sondern mehr über Zusammenhänge und Hintergründe elektronischer Musikproduktion erfahren möchte. Ebenso unvermeidlich wie unbedenklich ist der bei diesem Thema relativ hohe Anteil technischer Details.

Mit einem elektronischen Musikinstrument verhält es sich in diesem Fall wie mit einem Radioapparat: Detaillierte Kenntnis der internen technischen Vorgänge ist zwar hilfreich, für die erfolgreiche Benutzung jedoch keine notwendige Bedingung. Jedem, der bereits seine ersten Schritte bei der Beschäftigung mit elektronischen Instrumenten hinter sich hat, ist bestimmt klar geworden, daß es auf der anderen Seite ohne Kenntnis grundlegender akustischer, musikalischer und technischer Zusammenhänge ebenfalls nicht geht. Nicht zuletzt ist durch zahlreiche Quellenverweise dem interessierten Leser der Hinweis für ein vertiefendes Studium spezieller Bereiche gegeben.


Mein herzlicher Dank gilt allen Freunden und Kollegen, die mir sowohl mit Material und Informationen als auch durch Anregungen und Kritik bei der Fertigstellung dieses Manuskriptes eine entscheidende Hilfe waren.
Die im Buch genannten Markennamen und Produktbezeichnungen unterliegen in der Regel dem patent- und warenrechtlichen Schutz, werden jedoch nicht ausdrücklich mit ®, © oder ™ gekennzeichnet.

André Ruschkowski (1997)

 


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